Tag Archives: Finanzkrise

Short Selling / Leerverkäufe – Wichtig in einer Marktwirtschaft

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In der letzten Zeit wurden wieder Stimmen laut, dass Leerverkäufe bzw. Shortselling volkswirtschaftlich negativ, ja gar die Ursache von der Finanzkrise seien. Dem möchte ich hier deutlich widersprechen. Enron z.B. hätte ohne Short Seller evtl. niemals aufgedeckt werden können, denn die breite Masse an Investoren “übersehen” in ihren Aktien zu oft Ineffizienzen eines Unternehmens oder eines ganzen Marktes. Zudem ist es wie in der Demokratie: wer liberale Märkte und ihre für alle Beteiligten positiven Wirkungen nutzen will, muss in der Konsequenz auch “Andersdenkende” dulden, die einen Wert “Short” gehen. Wenn unsere Hedge Fonds diese Möglichkeit nicht oder nur beschränkt hätten, wären wir mitunter genötigt, in die Versuchung zu kommen, falsche Aktionen zu tätigen um unsere Arbeit als Vermögensverwalter für den Kunden zu rechtfertigen.  Zudem wird häufig vergessen, dass eine Shortposition IMMER später wieder durch Käufe glattgestellt werden muss. Ohne die Möglichkeit von Short Selling wäre jedenfalls ein wesentlicher Druck auf den Schultern unserer Fondsmanager, immer und immer wieder “die Wahrheit” am Markt zu entdecken, wesentlich eingeschränkt.

Ein Plädoyer für Alternatives Investment statt Immobilien

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Das anliegende Video (leider in Englisch) ist nicht nur eine gute Erläuterung der Kreditkrise, sondern zeigt auch deutlich den Teufelskreis auf, in den ich mit einer kreditfinanzierten Immobilie komme. Die im Moment fantastisch niedrigen Zinsen sollten niemanden blenden – bis sich das System beruhigt hat empfehlen wir jedenfalls Alternative Investments. 
The Crisis of Credit Visualized from Jonathan Jarvis on Vimeo.

Aufarbeitung einer Krise – warum bankunabhängige Vermögensverwaltung Sinn macht

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Die Frage, ob es sich für einen vermögenden Kunden eher auszahlt, einen bei einer Privatbank angestellten Berater oder einen bankunabhängigen Berater zu beauftragen, ist mit den Folgend der Krise weitgehend beantwortet worden.

Ende 2007, kurz vor den Auswüchsen der Finanzkrise war oder ist Etienne Bare der Chef des Wealth Management der BNP Paribas Privatbank in Frankreich. Ein typisches Zitat dieser Tage. In einem Interview sagte er”…wir wollen unsere Franchise durch den Zukauf neuer Kunden erweitern und uns um die bestehenden Portfolios kümmern…” Fragt sich, ob sich ein Privatkunde mit Vermögen da so gerne „kaufen lässt”.

Ein unabhängiger Vermögensverwalter jedenfalls kauft keine Kunden, sondern muss sich diese durch qualitative Überzeugungsarbeit erarbeiten. Er kann sich nicht auf dem Brand einer Grossbank ausruhen.

Staatsanleihen im EU Europa

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Als Vermögensverwalter fragt man sich, welche Dinge zu beachten wären, die mittlerweile grossen Spreads zwischen den Staatsanleihen im einheitlichen Währungsraum der EU – beispielweise zwischen den zehnjährigen deutschen auf der einen Seite und den griechischen oder italienischen Sätzen auszunutzen. Der Spread zwischen 10 jährigen Italien und  10 jährigen Deutschland sind innert eines Jahres von 30 auf 120 Basispunkte gestiegen.Besonders in den vergangenen Wochen konnte eine Ausweitung beobachtet werden – dahinter steckt doch mehr als die Meinung einiger wenige Akteure am Markt. Mit den steigenden Spreads ist auch ordentlich Bewegung in die Credit-Defaults-Swaps gekommen. Wie also verändern sich nun die Bedingungen für die Refinanzierung der Schulden einzelner Nationen? Man geht doch grundsätzlich von der Stabilität der Staatsfinanzen aus. Nun hat mir ein Kollege so ganz lapidar gesagt, der Euro wäre ja nur ein politisches Projekt, und in Zeiten der Krise wären ökonomische Realitäten – also stark zunehmende Staatsverschuldungen – im Zweifel anderen Euro Teilnehmerländern egal, gelte es doch die eigene Haut zu retten.