30 December, 2009 – 0:28 by Moneyman
Finanzkrise, Lustiges und Trauriges aus dem Finanzsektor
Welche Erfahrungen haben wir mit den Konstrukten im Handel von Wertgegenständen / Assets gemacht? Am Anfang war das Feuer. Wer es erfunde hatte, konnte es sicher unmittelbar eintauschen gegen etwas anderes Wertvolles. Vielleicht eine Steinschleuder. Die Probleme in diesem Vorgang waren Sicherheit / Schutz des Gegenstandes (z.B. vor Regen) bzw. des Wissens über seine Anwendung (z.B. durch Vererbung der Kenntnisse). Schliesslich trat irgendwann das Geld als Zahlungsmittelersatz ins Spiel, dann die Verbriefung. Schliesslich der Handel mit Wertpapieren, die einem versprachen, im Besitz von regelmässig bedienten Schuldverhältnissen zu sein. Und dann stellte sich heraus, das einige gierige Händler zu weit gegangen sind und zu sehr auf ihre elektronischen Risk Management Systeme vertraut haben. Das war auf dem Höhepunkte der Evolution von Kapital und Warenströmen. Es gab kaum einen Ort auf der Welt, der bei Ankündigung einer Ineffizienz nicht unmittelbar einen Investor in Form eines Anlageversprechens fand.
Dann kam der Knall.
29 November, 2009 – 13:41 by Swissblogger
Finanzkrise, Marketing in der Vermögensverwaltung
Mir sagte vor Kurzem ein Philosophiestudent, dass wir uns permanent in einem Finanzprodukt Sinn- und Stimmungsdefizit befinden. Ich hatte eine interesante Diskussion mit ihm und ich musste ihm zustimmen.
Im Finanzmarketing gibt es eine gefährliche “Back to the Roots” / “Zurück zu den Wurzeln” Argumentation. Mit den Folgen der Finanzkrise versuchen einige Sympathiepunkte beim Kunden zu gewinnen, in dem sie davon sprechen, komplexe und innovative Produkte zunächst zurück zu stellen und sich wieder vermehrt auf das reine Handeln von Aktien und Renten beschränken zu wollen.
Der Erfolg von Finanzprodukten wie Fonds und Zertifikaten hängt vor allem von der derzeitigen Verunsicherung der Konsumenten ab. Wenn die Wirtschaft wieder anzieht und die Anleger wieder eine Vorstellung von ihrer Zukunft haben, werden aber sehr schnell wieder diejenigen erfolgreich sein, die ihre Kosten (Research, Effizienzen) durch standardisierte Produkte auf der einen Seite und innovative Asset Management Konzepte auf der anderen Seite verringern konnten.
Wir neigen dazu den Blick zurück nach vorn zu pflegen, weil wir noch keinen Masterplan haben, wie wir die kommenden Jahrzehnte mit unseren Kunden ausreichend ertragreich gestalten können. Dabei liegen doch einige Trends überdeutlich vor uns: Die globale Vernichtung von Ressourcen und die zunehmende Verschuldung an Stelle unternehmerischer Verantwortung und Gestaltung. Konsequenterweise gebe ich daher meinem langfristig orientierten Kunden eher die Empfehlung des Kaufs einer nachhaltigen Aktie als die einer Anleihe, die im Grunde nichts anderes ist als eine weitere “Verschuldung” mit einem Geldwert.
30 September, 2009 – 14:11 by Grovepepset
Finanzkrise, Strukturierte Produkte, Vermögensverwaltung
oder auf Deutsch: Finanz-Massenvernichtungswaffen. Was meine ich damit? Strukturierte Produkte sehen sich schon wieder im Aufwind. Der Verband für strukturierte Produkte (Schweizerischer Verband für Strukturierte Produkte SVSPV – eine Vertretung der führenden Banken der Schweiz) bläst so auch bereits wieder zum Angriff. Schliesslich habe man ja mit PR Unterstützung ein Kommunikationskonzept entwickelt und neue Transparenz-Kennzahlen aufgestellt. So soll die Unternehmensgrösse (“Qualität”) wieder grösseren Stellenwert bekommen, natürlich ganz im Sinne der Elefanten der Branche. Die definierten Risikokennzahlen werden so auch nur zu einem Benchmark der Black Box innerhalb der Gruppe von Black Boxes. Nur von den aus meiner Sicht einzig und alleine Sinn machenden ehrlichen Vergleichen mit alternativen Finanzprodukten findet man überhaupt nichts. Immerhin ist man bereit, strukturierte Produkte nicht mehr isoliert sondern nur noch im Zusammenhang mit anderen bestehenden Finanzprodukten zu betrachten (Thomas Imhasly, CS in Schweizer Bank 18.9.09). Der Rückkehrschluss alleine lässt mir die Haare im Nacken stehen.
15 September, 2009 – 16:44 by Enkephalos
Der Wert der Unabhängigkeit in der Beratung, Finanzkrise
Heute kündigt Bernake in den USA an, das die Rezession vorbei wäre – das mag so manchen überraschen – wir “fühlen” uns weit davon entfernt - 35.000 Bankjobs sind alleine in London verloren gegangen und werden auf absehbare Zeit nicht ersetzt werden. Bleibt die Frage, wer nun diesen Anteil an der (bereits gestiegenen) Nachfrage nach globaler Allokation von Kapital in der Zukunft übernehmen wird. Aus meiner Sicht ist jetzt die Chance der bankunabhängigen Finanzberatung gekommen. Das bedingt, dass unsere potentiellen Kunden auf breiter Basis bereit sind, das “vermeintliche Risiko” einzugehen, nicht in erster Linie einem Bankschalter in Geldanlagen zu vertrauen, sondern einer Person, die als Vermögensverwalter, Asset Manager, Finanzberater, Fondsberater oder wie auch immer auftritt. Dabei werden wir gehörig Konkurrenz von Ex-Bankern erhalten. Wir sind auch aufgerufen, den (Mehr)Wert eines Beraters zu beweisen, der bereits viele Jahre seine Kunden unabhängig vom Gehalt einer Bank beraten hat.
7 July, 2009 – 10:54 by Investmentberater
Alternative Investments, Finanzkrise, Produktbereiche, Vermögensverwaltung
FISECO ADVERTORIAL Die tausenden in der Schweiz öffentlich zum Vertrieb zugelassenen Investmentfonds haben in 2008 bekanntlich grosse Verluste für die Kunden eingefahren, dabei war es egal, ob es Renten- oder Aktienfonds waren, die Verluste betrugen zwischen einigen wenigen und teilweise bis zu 60%. Das alles geschah unter der vermeintlich sicheren Aufsicht der FINMA. Die gleiche Behörde hat erfolgreich verhindert, das zahlreiche alternative Fonds für den Vertrieb in der Schweiz zugelassen wurden, da diese im Ausland registriert sind oder den langwierigen und teuren Hindernisweg “Zulassungsantrag” gescheut haben. Und gerade diese Fonds haben aufgrund ihrer im Vergleich zur Schweiz liberaleren Aufsicht in ihren Heimatländern in 2008 vergleichsweise gut abgeschlossen. So konnte die Mehrheit dieser Fonds auch bei fallenden Märkten gezielt Gewinne machen oder besondere Assetklassen führen. Zu solchen Fonds haben Sie hierzulande allerdings nur als „qualifizierter Anleger“ einen Zugang.
22 June, 2009 – 14:17 by Enkephalos
Einwandbehandlung - leicht gemacht, Finanzkrise, Gesprächstechnik, Strukturierte Produkte
Fonds, Fonds als effizienter Risikoschutz, Schutz von Konkurs einzelner Unternehmen
Folgt man der Finanz und Wirtschaft vom Mittwoch letzter Woche, so sollte es noch enormes Potential für das Fondsgeschäft in der Schweiz geben. Der Grund? Die Schweizer sind statistisch gesehen wahrlich nicht gut aufgeklärt. In einer Umfrage und Studie in Sachen Finanzfragen und Fondswissen geben immerhin 15% der Personen an, Fonds zu besitzen, doch nur 34% halten sich insgesamt für Fortgeschrittene oder Profis.
Besonders chancenreich für Fondsberater dürfte sein, dass 65% der Schweizer Befragten der Meinung waren, dass für den Falle eines Konkurses einer Fondsgesellschaft die Anleger ihr dort investiertes Geld verlieren würden. Das ist, wie sicher die Leser dieser Community wissen, falsch und im Gegenteil, ein ganz entscheidener Vorteil von Fonds gegenüber Zertifikaten und Bankeinlagen. Sichteinlagen, Obligationen oder Zertifikate sind dagegen überhaupt nicht oder nur in einem gewissen Rahmen gegen Konkurse der Initiatoren geschützt. Nur 24% der Befragten wussten, dass Fonds immer ein Sondervermögen darstellen, das nicht in die Konkursmasse fallen kann.
8 June, 2009 – 9:56 by Moneyblogger
Finanzkrise, Lustiges und Trauriges aus dem Finanzsektor, Web 2.0 für Vermögensverwalter
CRM, Facebook, Firmen die Web 2.0 Benutzer bestrafen, Internet, Kündigungen aufgrund Facebook, neue Medien, Werbung, Xing
Es ist schon bedauerlich, welche Kurzsichtigkeit so mancher Finanzdienstleister an den Tag legt, wenn es um Mitarbeiter geht, die mit neuer Technologie arbeiten. Ich habe mich jedenfalls entschlossen, hier auf dem Investmentberater öfter derartiges an den Pranger zustellen, um meine positiven Erfahrungen mit Web 2.0 zu berichten. Die Macht der neuen Medien und des Web 2.0 wird immer noch von vielen Firmenchefs als Bedrohung denn als Chance gesehen. Der zufriedene Mitarbeiter, der mit seinem Namen und seinem Schaffen im Zeitraum 24/7 für seine Firma spricht, ja sogar unentgeltlich in seiner Freizeit mitunter für die Idee der Firma wirbt, wird nicht gewürdigt. Im Gegenteil, Gerade viele Banken und Versicherer, die im Wesentlichen Ihre Wertschöpfung aus der Ware “Information” ziehen, verbieten gleichzeitig Ihren Mitarbeitern die Nutzung von Web Communities am Arbeitsplatz. Und in diesem konkreten Fall nun auch zu Hause.
15 May, 2009 – 9:36 by XYZ Consult
Alternative Investments, Beratungsstrategie, Der Wert der Unabhängigkeit in der Beratung, Finanzkrise, Produktbereiche, Vermögensverwaltung
Empfehlung der Nutzung eines unabhängigen Vermögensverw, Standardisierte Anlageberatung bei der Raiffeisen Schwe
Erschütternd wie der grosse Zustrom von Geldern im Rahmen der Finanzkrise u.a. zu den Raiffeisenkassen zustande gekommen ist. Was hat Raiffeisen daraus gemacht? Man kann deren neue Kunden nur vor den mangelden Beratungskapazitäten in Bezug auf die Depotführung warnen. Geht man z.B. als Anleger auf die seit geraumer Zeit starren Anlageempfehlungen der Bank , so könnte man meinen, es gäbe eigentlich nur 5 Typen von Anlagestrategien, die für einen Anleger in Frage kämen: Sicherheit, Einkommen, Ausgewogen, Wachstum und Aktien. Prompt erhält man dann auch den Anlagevorschlag vom Computer, individuelle Betrachtungsweisen fehlen hier genauso wie der Hinweis, welchen Wert Alternative Anlageprodukte zu Erfolg und Stabilität einer Gesamtallokation beitragen können. Immerhin ist man so fair dem Kunden deutlich zu machen, dass man mit den Raiffeisen Vorschlägen in der Vergangenheit wunderbar Geld vernichten konnte. Und dabei dürften diesen Darstellungen noch beschönigt worden sein, da diese Strategien im Wissen um die Vergangenheit erstellt wurden. Wer also ausgewogen oder gar in Aktien anlegte, verlor über knapp zwei Jahre zwischen 20 % und 50% seines Vermögens. Die völlig unzureichende Ausstattung mit 2.5% des Depotwertes in einem Dachhedgefonds, der stabilisierend mit seinen schwachen knapp 10% Verlust in 2008 das katastrophale Ergebnis kaum zu vermindern vermochte, spricht ebenfalls Bände. Wir schätzen uns glücklich, dass uns zudem die sicherheitsorientierten Depotvorschläge ab Oktober 2008 erspart geblieben sind, wahrscheinlich wurde der Verlust zu hoch um ihn auf der Webseite noch darstellen zu wollen.
13 May, 2009 – 15:30 by Investment Aktuar
Absicherungsstrategien von Vermögen, Beratungsstrategie, Finanzkrise, Strukturierung von Vermögensverzehr, Vermögensverwaltung
Annuität, Annuity, Asset Allokation, Auszahlplan, Demographie, Entsparplan, Langlebigkeit, Lebenserwartung, Rentenversicherung
Unsere Lebensstile werden immer “gesünder” und medizinische Fortschritte bringen Pensionären heute eine höhere Lebenserwartung. Man bedenke: Ein Junge der in 1940 geboren wurde, hatte eine Lebenserwartung von 61.4 Jahren. Heute, als 65jähriger Mann, ist die Lebenserwartung „dieses” Jungen bereits bei 76.9 Jahren.Bei den Frauen waren es 65.7 Jahre an Lebenserwartung in 1940 und heute sind es 78.4 Jahre. Und, ein weibliches Baby das heute geboren wird, hat eine Eins zu Zwei Chance einmal seinen 100sten Geburtstag feiern zu dürfen!
Wie kann das sein?
Zunächst berücksichtigt das statistisch erwartete Lebensalter jede Person bei Geburt im Rahmen der demographischen Verteilung. Nach einiger Zeit allerdings ergeben sich dann allerdings “überlebensstärkere” Jahrgänge, denn in der Zwischenzeit sind Menschen an Krankheiten, Unfällen oder andere unglücklichen Umständen gestorben. Schaut man heutige Lebenserwartungen an, sind viele derjenigen, die bei der Gesamtzahl zur Berechnung des Durchschnittes noch mitgezählt wurden, nicht mehr dabei. Und tatsächlich, schaut man in die Zukunft, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass ein 65 jähriger Mann mindestens 90 Jahre alt wird, bei ca. 34% (bei einer Frau 44%).
5 May, 2009 – 13:16 by Hedgeconsultant
Alternative Investments, Finanzkrise, Hedge Fonds
Alpha, Beta, FOHF, Single Hedgefonds Strategien
Diese Diskussion ist sicher nicht neu, aber vor dem Hintergrund der Finanzkrise und vor allem enttäuschenden Ergebnissen der Elefanten unter den Hedgefonds und der herausragenden Ergebnisse kleinere Fonds möchte ich hier eine Lanze für die Hedgefonds Boutiquen und dem puren Alpha brechen. Das das in der Schweiz, die 30% (!!!) des globalen (!!) Fund of Hedge Fund Marktes (FoHF) ausmacht aber fast keine Single Hedge Fonds kennt bei Anbietern und vor allem Banken nicht gut ankommt, kommt nicht von Ungefähr. Es war schon müssig, wenn man sich mit einem Offering Memorandum und Due Dilligence jedes einzelnen Hedgefonds auseinandersetzen musste. Da griff der bequeme Bankberater gerne auf das Versprechen der FoHF Manager und Compliance Manager zurück, Ihre Expertise bei der Fondsauswahl sei über alle Zweifel erhaben. Aber zuerst einmal einen Schritt zurück. Vereinfacht interpretiert kann man sagen:
Ertrag des HF über der risikolosen Anlage =