22 November, 2011 – 0:06 by restaurantpaoli
Anlagefonds, Der Wert der Unabhängigkeit in der Beratung, Lustiges und Trauriges aus dem Finanzsektor
Jetzt ist es auch hier wahr geworden – Versicherer können scheinbar noch weniger „banking“, als Banken „insurance“ machen. Schon im Mai 2009 wurden nur vier Monate nach Eröffnung der Bank die mit 1.6% „hohen“ Zinsen der AXA Bank im Festgeldbereich zum ersten Mal gekürzt. Was haben die vorsichtigen Kunden nun rückwärtig betrachtet gewonnen? 100 Franken Zinsen? Auf jeden Fall nun eine Menge Freunde bei einer neuen Bank (Bank Zweiplus).
In der Schweiz verfolgte die Axa Bank ein Konzept, das mit leicht verständlichen Sparprodukten auf das Kleinkundengeschäft ausgerichtet war. Bankunabhängige Versicherungsmakler jedenfalls dürften kaum ihren Kunden ein Angebot der Axa Bank unterbreitet haben – zu unübersichtlich war der mögliche Missbrauch der Kundenbeziehung für Konzerninteressen der Axa. Zu wahrscheinlich die Chance, dass Kunden “verkauft” werden – wie es jetzt geschehen ist. Und wurde das Geld ablaufender Lebensversicherungen dort geparkt? Wohl kaum. Nur die Axa Agenten haben 20% ihrer Kundenablaufgelder dort „einzahlen lassen“.
Wer eine auslaufende Lebensversicherung hat, ist nämlich zunächst einmal gut beraten, nachzurechnen, welche Verzinsung ihm dieser Vertrag überhaupt gebracht hat. Stellt man die über Jahre eingezahlten Gelder in traditionell gemischte Versicherungen mit ihren Ablaufleistung gegenüber, so kommt man in den seltesten Fällen auf eine durchschnittliche Jahresperformance von über 2% pro Jahr. Da ist man zu Zeiten der Ausverkaufspreise an den Aktien und Bondmärkten besser beraten, sich mit Fonds günstigt zu positionieren. Oder – wer sich den Einstieg immer noch nicht zutraut – mittlerweile können selbst schweizer Fondsdepots durch den Eingang von Europäischen UCITS Produkten auch um Alternative Anlagen ergänzt werden – damit lassen sich Risiken besser vermeiden.
3 October, 2011 – 22:51 by Laura165
Anlagefonds, Die Presse über Beratung unabhängig von Banken, Ethik, Fondsanalyse
Erst vor Kurzem zeigte es der Kassensturz im schweizer Fernsehen: fast alle schweizer Banken lehnen die Protokollierung Ihrer Beratungsgespräche kategorisch ab. Warum lassen sich die Kunden soetwas bieten? Erst durch die Protokollierung erhält der Kunde ein wirksames Mittel, das Versprechen seiner Bank, von Produktanbietern unabhängig beraten worden zu sein, nachzuprüfen. Viele Banken versprechen eine offene Architektur, z.B. in der Auswahl von Fonds oder strukturierten Produkten. Das heisst, sie behaupten, ihrem Kunden aus einer Vielzahl oder sogar allen am Markt befindlichen Produkten das jeweils Beste anbieten zu können. Liebe Leser, davon sind wir in der Realität viele Jahre entfernt. Im Gegenteil, es ist sogar so, dass man alleine aufgrund einer Hausbankverbindung eines schweizer Kunden mit grosser Wahrscheinlichkeit sämtliche Finanzprodukte eines Kunden vorhersagen kann. Hier geht es um knallharte Konzerninteressen, Vertriebsverträge, Verkaufslisten und um klare Vorgaben an den Kundenberater, ganz bestimmte Produkte zu verkaufen.
Wenn eine Bank A einen Fonds der Bank B anbietet, heisst auch noch lange nicht, dass diese unabhängig vom Konzerninteresse berät. Tatsächlich sind die Dinge genauestens zu hinterfragen. Eine Tochtergesellschaft muss nicht immer automatisch die Produkte Ihrer Muttergesellschaft anbieten – im Gegenteil, oft will man sich sogar bewusst voneinander abgrenzen. Gefährlicher sind diejenigen Angebote, die von grossen Anbietern stammen, die vorgeben, unabhängig in der Produktauswahl zu sein und tatsächlich aber aufgrund von Vertriebsvereinbarungen mit Zielvorgabe zu verkaufen.
12 August, 2011 – 18:41 by CitiAgent
Alternative Investments, Anlagefonds, FINMA, Fonds, Fondsanalyse, Hedge Fonds, Private Equity, UCITS, Wettbewerbsstörungen
Glaubt man den Gerüchten um die bevorstehenden Änderungen im schweizer Kollektivanlagengesetz, dann ist es um den internationalen Offshore Finanzplatz Schweiz für Fonds bald geschehen.
6 June, 2011 – 8:48 by Moneyman
Anlagefonds, Fondsgründung, Fondsstandorte, Regulierung
Im Landtag hat die Regierung Liechteinsteins am 31.05.2011 ihre Stellungnahme zum Gesetz für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren (UCITSG) abgeschlossen. Mit der Vorlage wird die Europäischen Richtlinie (UCITS IV) zur Koordinierung der Rechts- und Verwaltungsvorschriften betreffend Wertpapierfonds umgesetzt. Damit wird Liechtenstein auch am EU-Binnenmarkt für die Fonds-Verwaltungsgesellschaften teilnehmen und wie gewohnt wieder eine grösstmögliche Gestaltungsfreiheit für Fondsmanager anbieten.
Neben einem verbesserten Anlegerschutz sind die positiven Stichworte “Vertragsfreiheit” und eine kurze “time-to-market”. Kurze Genehmigungsfristen werden mit der Regelung auch für die Behörden verbindlich. Nur in Ausnahmefällen wird die FMA ermächtigt, auf einer generellen Aussetzung der gesetzlichen Genehmigungswirkung bei Fristablauf zu bestehen. Die Übergangsregelung der Umstellung sieht vor, dass alles am 1. August 2011 in Kraft treten kann.
6 October, 2010 – 11:42 by Brokerage Pool Fundresearch
Anlagefonds, Fonds, Fondsanalyse, Hedge Fonds
Haben Sie eine gute Vorstellung über Ihren Preis und wie dieser in den Augen Ihrer Kunden wahrgenommen wird?
Für einen Endkunden ist der Preis Ihrer Beratung ein relativer Wert, wenn Sie nicht gerade zu den wenigen Honorarberatern gehören, die Ihre Einnahmen ausschliesslich aus einem Stundensatz in der Beratung definieren.
So ist es möglich, dass Sie bei einem Kunden, dem Sie nachweisen konnten, dass sein Portfolio im Vergleich zu einem Musterportfolio einer Bank um 25% besser gelaufen ist, als ausgesprochen „preisgünstig“. Lösen Sie sich von den Gedanken, Ihre 10% Erfolgsbeteiligung wäre “günstig”, da andere 15% und mehr verlangen würden. Erst der Gesamteindruck Ihres Kunden entscheidet darüber, ob Sie als “günstig” oder “teuer” bewertet werden. Ein Kunde wird allenfalls erst dann Ihren Preis leicht und einwandfrei feststellen können, wenn der Ertrag seiner Kapitalanlage nach Ihrem Ausweis exakt 0% betragen hat, und er von ursprünglich CHF 100.000 nur noch CHF 98.989 auf seinem Konto hat. Das ist allenfalls in der Theorie möglich.
Insofern ist der Preis oft Ausdruck dessen, was und wie Sie insgesamt kommunizieren und was der Kunde im Vergleich zu seinen Alternativen in der Anlage feststellen kann. Für den Kunden kommt erschwerend hinzu, dass er ohne professionelle Hilfe i.d.R. nicht in der Lage ist, den Einfluss des Risikos auf die Rendite seines Portfolios zu bemessen.
Hier müssen Sie sich mit klarer Kommunikation positionieren, ob Sie zu den preisgünstigen Anbietern im Markt gehören wollen oder zu den Premiumanbietern, wo der Kunde einen Premiumpreis vermutet, aber auch gerne bereit ist diesen zu bezahlen. Wo stehen Sie heute? Alleine diese Feststellung ist schon schwierig, denn Sie werden Ihr eigenes Unternehmen durch Ihre eigene Brille beurteilen, worin bereits methodisch ein Fehler liegt.
20 May, 2010 – 15:16 by Zurichadvise
Anlagefonds, Fondsanalyse, Fund Services, Lustiges und Trauriges aus dem Finanzsektor
Eine wahre Geschichte. Vor genau zwei Jahren – mitten in der laufenden Finanzkrise. Ein Anruf bei einem anderen Vermögensverwalter in der Schweiz.
“Ich habe von diesem Fonds gelesen, klingt spannend für mich, kann ich diesen am Markt erwerben?”
“…ich kann ihnen den im Moment nicht wirklich empfehlen, es ist unser einziger Fonds, er hat knapp -50% zur Zeit”
[demnach kauft man nicht, weil Dinge unterbewertet sind, sondern weil man "ein gutes Gefühl hat...] ??
OHNE WORTE
“Der Fonds ist bei der Bank XYZ aufgelegt, und so kann man den bei jeder Bank kaufen, es lohnt sich nicht, dass ich Ihnen hier Unterlagen zuschicke”.
[demnach nimmt man die Verbundenheit zu einer einzelnen Bank gerne hin; man "hofft" auf deren Loyalität und Willen, diesen Fonds am Markt zu platzieren. Die Unabhängigkeit ist scheinbar egal]
OHNE WORTE
27 April, 2010 – 10:48 by Wealthmanager
Anlagefonds, Fonds, Fondsanalyse, Fondsstandorte, Fund Services, Hedge Fonds
Holla, so kann man sich irren. Bisher dachte ich, das Schweizer Sentiment stünde für ein hohes Level an Misstrauen gegenüber innovativen und ausländischen Lösungen. In der Folge war es auch nachvollziehbar zu verstehen, dass schweizer Investoren mit Sicherheit in der Gruppe der besonders konservativ allozierenden Anleger wären. Skeptisch wurde ich dann, als mir über die Jahre immer mehr bewusst wurde, dass immerhin die Anlage in Funds of Hedgefunds, einer in weiten Teilen Europas immer noch mit Skepsis begegneten Anlageform, zu nahezu 30% des Weltmarktanteils (!) aus der Schweiz heraus geführt wird. Die Finanz und Wirtschaft www.fuw.ch fand vor Kurzem auch in einer Umfrage mit ihren Lesern heraus, dass nur für 15% die gesicherte Rendite, für 44% aber das Kursgewinnpotential und für 41% die Gewichtung beider Elemente eine entscheidende Rolle im Aktienkauf spielen würden. So ist es auch gut zu verstehen, dass heute zunehmend progressive Unternehmen am schweizer Finanzmarkt wachsen, z.B. die ACOLIN Fund Services mit öffentlichen, aber wenig bekannten Long Fund Investments, der Brokerage Pool mit alternativen Single Fund Investments und generell der Marktanteil der unabhängigen Vermögensverwalter.
27 March, 2010 – 9:49 by Moneypenny
Alternative Investments, Anlagefonds, Fondsanalyse, Fondsstandorte, Private Equity
Es ist soweit – endlich können dank eines Versuchsprogramms der Shanghai Regierung für ausländische Anlagen in Renminbi Investmentfonds das weite Feld des Private Equity erschliessen. Die Vollständige Veröffentlichung soll im April starten und betrifft zunächst die ”Pudong New Area”, also das Finanzzentrum der Stadt.
Damit wird die Konversion ausländischer Währung in den Yuan ermöglicht, einer der Gründe, der bislang ausländische General Partners und Limited Partners von Private Equity Investitionen im Land abhielt. Vielleicht gibt es hier im Investmentberater dazu bald mehr zu erfahren?
5 February, 2010 – 7:45 by Portfoliomaster
Anlagefonds, Fonds, Fund Services, Marketing in der Vermögensverwaltung
Einige neue Namen tauchen auf der Fondsmesse in Zürich auf. Man könnte meinen, der Verzicht einiger grosser Fondsgesellschaften in der Folge schwieriger Jahre die erzielten schlechten Ergebnisse nicht persönlich zu kommentieren öffnet nun das Feld für einige Nischenplayer im Markt. Auffällig ist, dass diese sich zunehmend für Partnerschaften zusammenschliessen oder – wie im Falle der Fortune Fund Services Plattform – sich an deren Messestand hängen und auch von dem Kontaktnetz der FORTUNE partizipieren. Den bankenunabhängig beratenden eVV oder Fondsberater kann das nur Recht sein – schliesslich erhalten diese auf solche Weise Zugang zu den konzernunabhängigen Lösungen von Spezialanbietern, die anderenfalls kaum identifiziert werden könnten.
Aber auch Analysten der grossen Fondsportfolios mit offener Architektur dürften auf ihre Kosten kommen. Für den Fondsanalyst ist es ein Segen, dass er auf der Messe diese Vertreter der weniger bekannten Brands persönlich an einem Ort treffen kann. So findet er bei FORTUNE einen All-In Fund Services Provider, der auf der Messe gleich mehrere seiner Partner in den Vordergrund stellt: die Mcquarie Funds Group (v.a. Emerging Markets), Skagen mit norwegischem Fokus, Kapitalfonds L.K. mit Family Office Ansatz und die holländische Kempen Capital mit Fonds aus den Bereichen Immobilien, Small Caps und Industrieobligationen. Schliesslich noch die Investments von FFS / LB (Swiss) – hier wird mit dem 4 Elements Fund ein interessantes Konzept mit rotem Faden umgesetzt – Megatrends rund um die 4 Elemente Erde, Wasser, Luft und Feuer und dem Fokus auf nachhaltigem Investment in Form der Selektion von Lösungsanbietern im Umweltbereich. Bemerkenswert wie diese Fonds die schwierigen Jahre 2008 und 2009 gemeistert haben – zeigen sie doch auf, dass der Fondsmanager seit Handwerk versteht und die Indizes als Benchmark schlagen konnte.