Gegen unqualifizierte Journalisten ist kein Kraut gewachsen. Es bleibt eben eine der wenigen Berufsgattungen, die keine Fachqualifikation nachweisen muss wenn sie ans Werk geht. Wie anders ist es sonst zu erklären, dass Jahr für Jahr immer wieder falsche und rein polemische Informationen zum Thema Hedgefonds aufgetischt werden?
ein paar Beispiele:
NEIN – Madoff war KEIN Hedgefonds! Bitte genau recherchieren – ein Ponzi-Scheme ist etwas Anderes
NEIN – 99,9% aller Hedgefonds wollen nicht und sind auch nicht in der Lage Firmen aufzukaufen und dann in Stücken wieder zu verkaufen. Öffentlich gehandelte Fonds einer grossen deutschen oder schweizer Bank, die sich die Stimmrechte von Kunden an die depotführenden Banken abtreten lassen haben wesentlich mehr Einfluss auf Politik und Arbeitsplätze
NEIN – Hedgefonds sind nicht verantwortlich für arme Rentner und hungernde Kinder wie im anliegenden Beitrag recherchiert – es sind Jobproduzenten die weltweit Kapital dorthin allozieren, wo es benötigt wird (und nicht bei Banken zu 0,5% herumliegt)
JA – auch Hedgefondsanleger haben Rechte. z.B. das Besitzrecht / Eigentumsrecht und damit Menschenrecht in Bezug auf Staatsanleihen (Griechenland etc.) – und diese sollte man nicht so einfach enteignen. Sonst können wir ja gleich den Kommunismus einführen.
Woran liegt diese ewige Schlechtmacherei?
- Liegt es an der mächtigen Lobby der Fondsindustrie, die ihren angestammten Markt dem privaten Kunden Beteiligungen verkaufen zu können, ohne einen Mehrwert für den Kunden zu erzielen (Alpha oder ein positives Sharp Ratio?)
- Liegt es an der Tendenz von Journalisten, von anderen abzuschreiben statt zu recherchieren?
- Liegt es am politischen Lobbyismus und Ignoranz gegenüber Innovationen generell, hinter jeder Gewinnchance ein Verbrechen zu wittern?
- Oder liegt es daran, dass diese für öffentliche Werbung nicht zugelassenen Fonds eben – per se – gar keine teuren Werbebanzeigen in Medien(konzernen) schalten und damit positive Meinungen erpressen können?
Jedenfalls ist die Branche gut beraten, Hedgefonds nicht mehr Hedgefonds zu nennen sondern mit diesem Begriff etwas Anderes zu bezeichnen. Ich mache gleich einmal den Anfang. Als Hedgefonds bezeichne ich zukünftig nur noch einen Fonds der
- Auf politische Zusammenhänge gezielt einwirkt
- Über 10 Milliarden an Assets verwaltet und sein Kapital in Macht umwandelt
- Von Milliardären gegründet wird, die sich in Davos abgesprochen haben
Diese Hedgefonds brauchen wir wirklich nicht. Aber lasst uns nicht das Kind mit dem Bade ausschütten. Das Kind? Das sind die tausenden Finanzspezialisten mit ihren Kleinstfonds, die auch in schwierigen Zeiten Investoren dazu bewegen, ihr Geld produktiv im Sinne einer Weltwirtschaft anzulegen. Wir brauchen das Kind nämlich noch; es wird uns einmal in der Zukunft auslachen, wie wir in der Vergangenheit durch Zinsverdienst von 0-1% unser Vermögen schleichend „vernichtet“ haben – statt intelligent nach Lösungen zu suchen, wie wir aus der Zinsklemme wieder heraus kommen.





