Eine gute Frage. So hatte Hitzfeld keine Veränderungen in der (defensiv eingestellten) Aufstellung seines Teams gemacht, nachdem er den späteren Weltmeister Spanien mit 1:0 besiegt hatte. Im Folgespiel konnte sich entsprechend gegen einen vermeintlich schwächeren Gegner überhaupt keine Dynamik entwickeln und es ging mit 0:0 “verloren”. Genauso der deutsche Trainer, der nach seinen zahlreichen Erfolgen auf Spanien traf und wohl glaubte, er können überhaupt nicht in eine Rücklage geraten und nach dem 0:1 dem Spiel keine taktische Wende mehr geben konnte. Entscheidend ist vielmehr, wie gut wir uns egal in welcher Lage immer wieder erneuern können, in dem was wir bereits erfolgreich tun. Das gilt m.E. auch für die Vermögensverwaltung in der Schweiz. Natürlich ist man hinterher immer schlauer. Aber immer häufiger ist besonders nach Höhenphasen der plötzliche Fall besonders tief und nicht manchmal eben auch existenzgefährend. Gute Beispiele finden sich in der NZZ, in der es hierzu jüngst einen wirklich lesenswerten Artikel gab, der auch im Internet erschienen ist (hier).
Was hat das also für einen nach traditionellen Massstäben seit vielen Jahren erfolgreich tätigen Vermögensverwalter zu bedeuten? Die Warnsignale sind vielleicht schwach, aber existent:
- Gemäss den im Entwurf vorliegenden Richtlinien über alternative Anlagen (AIFM, UCITS IV) will man evtl. nicht mehr auf den rechtlichen Standort, sondern auf den Wohnort und die Qualifikation des Fondsmanagers abstellen. Damit würden die schweizer Anlagemanager Ihre Berechtigung verlieren, heute noch EU – qualifiziertes Geschäft über rechtliche Töchter in Luxembourg oder Liechtenstein zu verwalten
- Das Angebot Ihrer Dienstleistungen über das Internet (dem neben einem effizienten persönlichen Empfehlungsmanagement die einzige proaktiv steuerbare Aquisitionstechnik darstellt) wird zunehmend als “Aktivität im EU Raum” betrachtet
- Die blosse Verwaltung von traditionellen Long Investments wie Aktien oder Anleihen wird zunehmend von Direktbanken den qualifizierten Kunden angeboten (Seminare, Self-directed Investors etc.). “Man bildet sich weiter” und baut “gefährliches Halbwissen” auf und versucht es einmal alleine.
- Im Nachgang der Finanzkrise ist die Welle der Abwerbungen von Client Relationship Managern voll im Gange; bei fehlendem Wachstum der Assets gewinnen Privatbanken und eVV nur noch auf Kosten der Marktanteile Anderer im Markt. Dadurch geraten die ohnehin schwachen Margen weiter unter Druck.
Alle vier Problembereiche lassen sich nur durch die Bereitschaft lösen, sein eigenes Business Model auch einmal in Frage zu stellen. Diesem Thema hat sich der Brokerage Pool in Erlenbach gewidmet. In Seminaren und auf seiner für qualifizierte Kunden zugangsbegrenzten Plattform entwickelt der Pool gemeinsam mit seinen Mitgliedern Lösungen – und zwar Unabhängig von den Interessen einzelner Banken.





