Es zeigt sich wieder: In Hedgefonds gehört einzelt investiert – nicht in Form von Dachfonds oder Fund of Funds

Alternative Investments, Hedge Fonds, Produktbereiche, Wettbewerbsstörungen

Nachdem mittlerweile auch Anleger gelernt haben, das Madoff kein Hedge Fonds war (wie in der Boulevardpresse bis heute berichtet), und das Problem darin bestand, dass die Feeder Funds (u.a. Fund of Funds) nicht etwa in einen Fonds, sondern in Handelsstrategien von Madoff angelegt hatten, stelle ich fest dass immer häufiger der Grund des Übels in dem „Versprechen“ der Anbieter liegt, ein Fund of Funds wäre wichtig, da er die Risiken eines Anlegers durch bessere Streuung verringern würde. Meine Beobachtung ist aber, das scheinbar Due Dilligence nicht effizient ist, wenn mehrere Schichten von Prüfungsunternehmen zwar vorhanden sind, aber die jeweils letzte Instanz sich immer darauf verlassen muss, was und ob die Vorangegangenen sorgfältig geprüft haben. So konnte der Anleger und Berater selber nicht erkennen, wie und mit welcher Organisation Madoff agiert hatte. Eine Diversifikation sollte stattdessen immer im Einzelnen bewertet werden, oft reichen 4 bis 5 Einzelhedgefonds für eine sinnvolle und vor allem überblickbare Diversifikation aus.

Die jüngste Meldung in diesem Zusammenhang ist die Ermittlung gegen die Fondsgesellschaft K1 aus Aschaffenburg und ihren Gründer Helmut Kiener. Auch hier zeigt sich, dass dieser Fonds kein Hedgefonds, sondern ein Dach-Hedgefonds war.

Um höhere Kredite zu bekommen, soll der 50-Jährige das Vermögen seiner beiden Dach-Hedgefonds als größer dargestellt haben als es tatsächlich war. Durch die Kredite konnte K1 deutlich mehr Geld einsetzen, als der Fonds von seinen Anlegern eingesammelt hat. Auch wenn solche Kredithebel in der Branche häufig eingesetzt werden, tun das in der Regel Einzelfonds und die müssen ausführlich darüber in Ihrem Offering Memorandum beschreiben und Kreditaufnahmen dokumentieren und rechtfertigen. Ein Dach-Hedgefonds darf so etwas aber überhaupt nicht tun.

In der deutschsprachigen Presse wird also schon wieder pauschal sachlich falsch gegen „Hedgefonds“ polemisiert. Hinweise, es handele sich nicht um einen deutschen Hedgefonds, sondern um einen auf den British Virgin Islands registrierten Fonds, sind schlichtweg irreführend. In Deutschland GIBT ES ÜBERHAUPT KEINE HEDGEFONDS, denn die im Investment-Modernisierungsgesetz am 1.Januar 2004 in Kraft gesetzten „Sondervermögen mit zusätzlichen Risiken“ unter bestimmten Auflagen, haben nichts mit der international anerkannten und effizienten Anlageform Hedgefonds etwas zu tun. Sie dürfen die Instrumente des Leerverkaufes (short selling) und des Einsatzes von Fremdkapital (Leverage-Effekt) nutzen, dürfen aber nicht öffentlich vertrieben werden und müssen als in Deutschland zugelassener „Fonds mit Sondervermögens mit zusätzlichen Risiken“ mit offenen Karten spielen, was jeden Informationsvorteil ad absurdum führt und auch dazu geführt hat, das kaum solche Einzelkonstrukte in Deutschland entstanden sind. Das grosse Geschäft haben deshalb bislang die Angelsachsen und US Amerikaner mit ihren Inseln gemacht.

Dagegen ist die Einlage in Dachhedgefonds für Privatanleger seit 2004 erlaubt.

Nach Angaben der Financial Times Deutschland (FTD) verwaltete die K1 Gruppe in ihren beiden Hedge-Dachfonds, die ihrerseits in rund 70 Einzelfonds investieren, zuletzt 600 Millionen Euro. Die Gelder stammen von privaten und institutionellen Anlegern unter anderem aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Nach Insiderinformationen sollen die Banken Anfang dieses Jahres Kredite gekündigt und das Geld zurückverlangt haben. Die Gesellschaft habe daraufhin keine neuen Kreditgeber gefunden. Folgt man der Presse, sollen Internationalen Banken wie Barclays, JP Morgan Chase und BNP Paribas ein Verlust von insgesamt rund 400 Millionen Euro entstanden sein. Unklar ist, ob dieses die vergebenen Kredite sind. Vielmehr sind doch die Anleger geschädigt, die sich auf die deutsche Aufsicht des ausdrücklich für den Vertrieb in Deutschland zugelassenen Dachhedgefonds verlassen hatten.

Der Direktor der Gesellschaft habe die Wirtschaftsprüfungsfirma Grand Thornton für die Auflösung von K1 Invest bestellt, hieß es darin. Unklar ist derweil, ob es überhaupt noch etwas aufzulösen gibt: Bei der Liquidierung des Fonds wird sich zeigen, was überhaupt noch an Vermögensgegenständen und Liquidität im K1 Invest steckt und wie viel Geld der Fonds den Banken schuldet. Der Leiter des Schweizer K1-Administrators Treukapital, David Zündorf, erklärte gegenüber der „Financial Times Deutschland“, per Ende Juli seien noch rund 348 Millionen Euro im K1 Invest enthalten gewesen. Allerdings sei unbekannt, welcher Teil davon der Fonds zu diesem Zeitpunkt Banken geschuldet habe und wie hoch das Eigenkapital im K1 Invest gewesen sei.

Schade nur, dass diese Misswirtschaft auf Basis Fund of Fund wieder zum Schaden derjeniger wird, die nachweislich innovative und erfolgreiche Hedgefonds Strategien selber als Einzelfonds umsetzen und dieses aufgrund eines öffentlichen Vertriebsverbotes und diverser Handelsbarrieren in internationalen Finanzzentren machen müssen.

Post a Comment

Your email is never published nor shared. Required fields are marked *

*
*