oder auf Deutsch: Finanz-Massenvernichtungswaffen. Was meine ich damit? Strukturierte Produkte sehen sich schon wieder im Aufwind. Der Verband für strukturierte Produkte (Schweizerischer Verband für Strukturierte Produkte SVSPV – eine Vertretung der führenden Banken der Schweiz) bläst so auch bereits wieder zum Angriff. Schliesslich habe man ja mit PR Unterstützung ein Kommunikationskonzept entwickelt und neue Transparenz-Kennzahlen aufgestellt. So soll die Unternehmensgrösse (“Qualität”) wieder grösseren Stellenwert bekommen, natürlich ganz im Sinne der Elefanten der Branche. Die definierten Risikokennzahlen werden so auch nur zu einem Benchmark der Black Box innerhalb der Gruppe von Black Boxes. Nur von den aus meiner Sicht einzig und alleine Sinn machenden ehrlichen Vergleichen mit alternativen Finanzprodukten findet man überhaupt nichts. Immerhin ist man bereit, strukturierte Produkte nicht mehr isoliert sondern nur noch im Zusammenhang mit anderen bestehenden Finanzprodukten zu betrachten (Thomas Imhasly, CS in Schweizer Bank 18.9.09). Der Rückkehrschluss alleine lässt mir die Haare im Nacken stehen.
Sicher – nicht die generelle Gattung “strukturierte Produkte” kann für sich alleine für die Sub Prime Krise verantwortlich gemacht werden. Doch in der Folge halfen diese Produkte enorm mit, dass unsere Kunden eine Menge Verluste realisiert haben und Banken diesbezüglich OHNE Risiko Gewinne einfahren konnten.
Für die wirklich bankunabhängigen Fondsberater und Fonds einsetzenden Vermögensverwalter hatte das ganze auch etwas Gutes. Wer als Berater nämlich ganz konservativ Aktien und Bonds bzw. entsprechende Fonds im Kundendepot hatte, erfreut sich nun wieder satter steigender Kursgewinne und hat gute Gründe, neue Gelder einzuwerben und weiterhin getrost auf intransparente strukturierte Produkte zu verzichten. Wer sogar Alternative Anlagen, womöglich sogar Single Hedge Funds in die Depots integriert hatte, der dürfte bereits wieder im positiven Bereich liegen. Nur die Kunden, die sich direkt am Bankschalter strukturierte Produkte verkaufen liessen, womöglich mit einem Knock-Out Barrier o.ä., haben nichts mehr von dem einsetzenden Aufschwung. Ihre “Wette” ging verloren – teilweise auch ganz ohne Lehmann als Emmitent. Und sie wussten gar nicht, dass Sie eine Wette eingegangen waren und vor allem wussten Sie und ihre Berater nicht, wie die Gewinnchancen lagen. Da ist selbst die Lotterie transparenter (ca. 60% Rückzahlung des eingesetzten Geldes).
Bleibt zu hoffen, das bei der diesjährigen Finanzmesse für Strukturierte Produkte sich nicht wieder nur die Standbetreiber gegenseitig besuchen und Mut zusprechen, sondern auch ein paar kritische Anleger und Berater, die den Mut haben, ihrem Unmut Luft zu machen und schärfere Transparenz- und vor allem Aufkärungsvorschriften einzufordern.





