Monthly Archives: April 2009

Flowers lehnt ab – HRE – ein Musterfall der Enteignung von Aktionären

Alternative Investments, Finanzkrise , , , , ,

Jetzt ist es soweit: Christopher Flower fordert einen hohen Preis für seine Aktien und lehnt weiterhin die Verstaatlichung der HRE ab. Mit 21.7% hält Flowers einen Grossteil der Aktien an der HRE. Auch Vermögensverwalter sollten sich fragen, ob sie ihren Kunden das drohende Risiko einer Enteignung von Ersparnissen und Anlagen zumuten wollen. Jedenfalls ist diese Totalausfallrisiko unserer Meinung nach in keinster Weise in Aktienportfolios eingepreist. Mittlerweile gibt es allerdings zwei Rechtsgutachten, die erhebliche Bedenken gegen die drohende Enteignung ergeben hätten. Die Klage gegen die Verstaatlichung ist wohl nur noch eine Frage der Zeit.

Bleibt die Frage, ob wir damit eine weitere Schädigung der ohnehin stark belasteten Aktionärskultur sehen werden. So empfehlen die Fondsspezialisten vom Brokerage Pool in einem Artikel bereits eine wesentliche Verschiebung der Anlageinteressen hin zu alternative Anlageprodukte, d.h. der generelle Verzicht auf die Investition in Aktien, Bonds und sieht grosse Chancen in Werten, die vertraglich einwandfrei ein Gewinnpotential nur und ausschliesslich dem Auftraggeber zustehen, z.B. Wind- und Bioernte, Eigentum an Lebensversicherungspolicen, Wettereinschätzungen oder Rohstoffe.

Vertrauensverhältnis zwischen Beratern und Fondsgesellschaften zerschnitten

Alternative Investments, Finanzkrise, Produktbereiche , , , ,

Vor Kurzem wurde in Portfolio International berichtet, dass der Quartalsbeginn 2009 der Fondsbranche miserabel verlaufen ist. Auch wir konnten in unseren letzten Umfragen im Vergleich zum vergangenen Jahresquartal ein völlig neues Schema von Käufer- und Verkäuferverhalten bei Fonds feststellen. Das Band und die Vertrauensbeziehung zwischen Intermediär und Fondsgesellschaft ist in vielen Fällen völlig zerschnitten worden. Das Problem der letzten Jahre war ja nicht (nur), dass Anlagekunden die Vehikel der vor allen von Banken vertriebenen Produkte nicht verstanden haben, sondern dass die beratende Person selber oft nicht in der Lage war, wesentliche Merkmale und Zusammenhänge zu erkennen und Mehrwerte von Fonds gegen


Banken wollen freie Berater einstellen, die CHF 250 Millionen mitbringen

Finanzkrise

Da kann ich nur lachen. In der NZZ 28.3.09 stand neulich, Personalberater forderten in einem Fall, dass ein Private Banker als Voraussetzung einer Neueinstellung bei einer Bank innert 3 Jahren CHF 250 Millionen mitbringen müsste. Da bleibe ich gerne selbstständig. Mittlerweile rechnet es sich nämlich: Anstelle meines Büros treffe ich ja meine Kunden in deren Büros, d.h. ich brauche keine Kaffeemaschine und kein Meetingraum. Die alternativen Strategien und Fonds, die ich in meine Beratung einbinde, beziehe ich über einen Broker Pool. Dort bekomme ich alle Unterlagen, man nimmt sich Zeit für mich und meine Fragen und lädt mich ständig zu Informationsveranstaltungen ein. Dazu erhalte ich eine ganze Menge Tools, Programme und Vertragsmustervorlagen. Zudem hilft man mir bei meiner Webseite, denn weder habe ich von Programmierung eine Ahnung, noch hat mein Webdesigner eine Ahnung davon, was in meinem Geschäft geht und was nicht. Die Bank benötige ich also nur noch zur Abwicklung meiner Trades. Ich behaupte, mit 10 Kunden, deren Empfehlungen, Retro- und Provisionsgeschäft und knapp 10 Millionen an Assets kann ich schon ganz gut leben. Zudem kann man mich nun nicht mehr kündigen…

UBS streicht Stellen – Begeisterung!

Der Wert der Unabhängigkeit in der Beratung, Finanzkrise , , ,

Die Absicht der UBS, in der Schweiz bis zu 2500 Stellen zu streichen, hat reihum Bedauern Begeisterung ausgelöst. Bei wem und warum?

1) Bei den Aktionären. 2) Bei den unabhängigen Vermögensverwaltern. Letztere müssen sich nämlich dringend verstärken, um Ihren Kunden echte Alternativen zu strukturierten Produkten und Strategiefonds anzubieten. Alternative Investments, Managed Futures, Core Satelite Approach, alles Themen, bei denen vermögende Kunden einen persönlichen bankunabhängigen Berater benötigen. Der Investmentberater weiss von mehreren seiner Blogger, dass sie sich gerne verstärken würden. Stehen Sie selbst vor der Entlassung, überlegen Sie sich den Schritt in die Unabhängigkeit. Anfragen werden unter info@investmentberater.ch an Vermögensverwalter, die gut ausgebildetes Personal suchen, weitergeleitet.

Short Selling / Leerverkäufe – Wichtig in einer Marktwirtschaft

Finanzkrise, Vermögensberatung in Bärenmärkten, Wettbewerbsstörungen , , , , ,

In der letzten Zeit wurden wieder Stimmen laut, dass Leerverkäufe bzw. Shortselling volkswirtschaftlich negativ, ja gar die Ursache von der Finanzkrise seien. Dem möchte ich hier deutlich widersprechen. Enron z.B. hätte ohne Short Seller evtl. niemals aufgedeckt werden können, denn die breite Masse an Investoren “übersehen” in ihren Aktien zu oft Ineffizienzen eines Unternehmens oder eines ganzen Marktes. Zudem ist es wie in der Demokratie: wer liberale Märkte und ihre für alle Beteiligten positiven Wirkungen nutzen will, muss in der Konsequenz auch “Andersdenkende” dulden, die einen Wert “Short” gehen. Wenn unsere Hedge Fonds diese Möglichkeit nicht oder nur beschränkt hätten, wären wir mitunter genötigt, in die Versuchung zu kommen, falsche Aktionen zu tätigen um unsere Arbeit als Vermögensverwalter für den Kunden zu rechtfertigen.  Zudem wird häufig vergessen, dass eine Shortposition IMMER später wieder durch Käufe glattgestellt werden muss. Ohne die Möglichkeit von Short Selling wäre jedenfalls ein wesentlicher Druck auf den Schultern unserer Fondsmanager, immer und immer wieder “die Wahrheit” am Markt zu entdecken, wesentlich eingeschränkt.

Graue Liste = Graue Haare?

Beratungsstrategie, Finanzkrise , , ,

So schnell schiessen die Preussen nicht. Sollten nun graue und schwarze Staaten gegenüber dem Fiskus Auskünfte verweigern, soll das künftig negative Folgen auf verschiedene inländische Steuerregeln haben. Damit werden der Geschäftsverkehr mit unkooperativen Ländern sowie die dortige Geldanlage erschwert. Auf der schwarzen Liste stehen nun laut OECD Costa Rica, Malaysia, die Philippinen und Uruguay, und auf der grauen Liste erscheint u.a. halb Europa ;-)

So what?  

Das Auto Ihres Kunden kommt aus Korea, sein Handy aus Finnland. Seine Anzüge werden in Malaysia gefertigt und er hat sich Zahnimplantate in Weissrussland bestellt. Der Arbeitgeber Ihres Kunden ist mittlerweile ein US-Konzern. Sie haben die Gelder Ihrer Kunden im Rahmen der Wertpapierdepots breit gestreut in unterschiedlichste Anlageklassen und Sie glauben, Sie hätten so für Ihren Kunden international diversifiziert und gut abgesichert? Falsch!