Kapitalanleger haben mit Rentenfonds bis zu 20 Prozent verloren

Absicherungsstrategien von Vermögen, Finanzkrise

Manager von vermeintlich sicheren Rentenfonds haben ohne Wissen der Anleger auf riskante Papiere gesetzt und hohe Verluste gemacht. Durch die Fehlspekulationen im vergangenen Jahr haben viele Rentenfonds schlechter abgeschnitten als der Anleihenmarkt im Durchschnitt. Anleger, die davon ausgingen, ihr Geld sei über ihren Fonds sicher in soliden Zinspapieren angelegt, haben in den vergangenen zwölf Monaten deshalb Geld verloren, einige weit über 20 Prozent.

Böse überrascht hat die Anleger demnach vor allem das schlechte Abschneiden von Fonds, die sich in der Vergangenheit immer als solide präsentierten, so zum Beispiel der über 40 Jahre alte Traditionsfonds DWS Inrenta. Nicht nur hier haben die Manager auch in ABS-Papiere und Genussscheine investiert, deren Handel mit der US-Immobilienkrise zusammengebrochen ist. Und die DWS ist nicht die einzige Fondsgesellschaft, die in der Krise Entscheidungen getroffen hat, die den Anlegern zeitweise oder dauerhaft Verluste bescheren. Die wenigsten hätten die Kunden allerdings über die riskanten Anlagestrategien informiert und so auf deren Kosten gezockt.

Wir können anderen Vermögensverwaltern nur raten, die Qualität der eigenen Rentenfonds bzw. ausgewählten festverzinslichen Wertpapiere noch einmal zu überprüfen. Hat der Fonds bzw. der Kurswert des Rentenpapiers im vergangenen Jahr Verlust gemacht, sollte es nun nicht in jedem Fall abgestoßen werden, doch es könnte z.B. endgültig der Einstieg einer stufenweisen Umschichtung in Alternative Investments vorgenommen werden. Die gleiche Vorgehensweise sollte man bei Erwägung der vielen stark gefallenen Garantiezertifikate sagen, bei denen Kunden nun über Jahre auf die Rückzahlung von Nennwerten warten müssen und deshalb noch gehörige „entgangene Gewinne” verzeichnen werden. Wem das zusagt, sollte lieber jetzt als später seinem Long-Beratungsprogramm gewisse alternative Anlagen beimischen.

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