Neulich erwähnte ein mir bekannter Kollege ernsthaft, er vermeide jegliche Art von Internetapplikationen, da er fürchte, Informationen über ihn können unkontrolliert erscheinen. Zudem würden seine Kunden aufgrund Ihres Alters kein Internet verwenden und deshalb bräuche er keinen Webauftritt, im Übrigen ignoriere er meine gutgemeinten Tipps.
Nun habe ich einmal ein paar ganz simple Suchbegriffe zu seiner Firma und seinem Namen eingegeben – und ich habe nicht schlecht gestaunt:
- Ich fand zwei Personen, die sich in Foren über seine Beratung ausgelassen haben, davon eine persönlich und in einer nicht ganz fairen und pauschal verurteilenden Art und Weise. Diese Kommentare blieben ohne Reaktion (sind also (vermeintlich) richtig im Bewusstsein eines Lesers…)
- Desweiteren fand ich eine seiner Emailadressen – Hotmail, meiner Meinung nach nicht gerade eine seriöse Business Adresse.
- Eine Webseite hatte er nicht, aber zig Informationsdienste haben seine Postanschrift im Web aufgelistet, ohne jegliche Kontaktverbindung oder Angaben zum Telefon oder Email. Irgendwie nervig.
- Zu der Produktgruppe, von der er mir in höchsten Tönen erzählt hatte (gebrauchte gemischte LVs), fand ich auf Anhieb nur negative Kommentare. Aber (zu seinem Glück) keine direkte Verbindung zu seiner Firma.
- Er nahm u.a. an zwei Seminaren teil, von denen eines bei einem Discountbroker (von denen er seinen Kunden ja abrät) und das andere bei einem Versicherungsunternehmen statt fand, mit welchem ich persönlich übrigens überhaupt nichts Positives verbinden kann
- ob er es ist, der laut Fundstelle einmal in einer politischen Partei in der Jugendorganisation tätig war, konnte ich mangels Wissen nicht 100%ig bestimmen – aber alleine der Gedanke, das sich alleine deshalb schon hier potentielle Kunden mangels politischer Solidarität gedanklich von einer Geschäftsverbindung mit ihm verabschieden würden, gäbe mir zu denken. Schliesslich könnte es doch ein Namensdoppelgänger sein, aber das prüfen Betrachter ggf. nicht nach
- Immer mehr ältere Kunden nutzen Suchmaschinen, nicht unbedingt am eigenen Computer, aber doch an öffentlichen Plätzen oder bevorzugt bei Kindern und Enkeln. Da sie vieles für Wahr erachten, was geschrieben wurde und zudem eine fehlende Webseite als unprofessionell erachten, dürfte mein Kollege bei seinen Kunden keinen optimierten Eindruck hinterlassen.
Ich für meinen Teil habe jedenfalls wichtige Schlussfolgerungen daraus gezogen:
- Ich nutze regelmässig von einem Partner programmierte Suchmaschinenabfragen über meinen Namen, meine Firma sowie über die von mir bevorzugten Investmentmanager und Fonds
- Ich halte meine Webseite mit einem CMS fast täglich aktuell und spare kein Geld und keine Mühe
- Ich optimiere die Seite für Suchmaschinen und nutze gezielt Blogs und Communities
- Ich bemühe mich so viele POSITIVE Merkmale und Meldungen über mein Unternehmen zu verbreiten und mich ganz vorne in Suchmaschinen zu positionieren. Unpassende und störende Fundstellen werden so nach hinten verdrängt
Nicht auszudenken, ich hätte meinen Kollegen in dieser Investmentberater Community auch noch mit Namen oder Indizien benannt – denn was hier steht wird auch von Suchmaschinen gefunden. Alleine die Tatsache, das Internet zu ignorieren, halte (bestimmt nicht nur) ich schon für im höchsten Grade für unprofessionell. Aber davon hätte er ja gar nichts mitbekommen.





